Ethereum Use Case – Dapps an einem Beispiel erklärt

Unter „Dapps“ werden „Distributed Applications“ (d.h. verteilte Applikationen) verstanden die auf Basis einer Blockchain ausgeführt werden. Sie sind wesentlich skalierbarer und sicherer als herkömmliche zentrale oder dezentrale Applikationen. Denn Dapps sind auf allen Nodes des Ethereum-Netzwerks verteilt gespeichert.

Oftmals werden Dapps auch als „Decentralized applications“ bezeichnet. Dies ist jedoch schlichtweg falsch, denn Dapps bauen auf dem „distribted Ledger“ d.h. dem Gehirn der Blockchain auf, welche auf den Computern aller teilnehmenden Nutzer (=Nodes) des Netzwerks verteilt  (engl. „distributed“) ist. Daher kommt die Bezeichnung „Distributed Applications“.

 

Beispiel einer Distributed Application

Einem Einsatzszenario einer Applikation geht immer eine Problemstellung voraus. Ein Problemstellung bei der Ethereum als Plattform für Dapps eine Lösung bieten kann sind Vertragsverhandlungen zwischen zwei oder mehreren Parteien. Als Beispiel kann man sich hier Volkswagen vorstellen, die mit einem Ihrer Vorleister (z.B. dem Reifenproduzenten) einen neuen Rahmenvertrag verhandeln.

Ein Rahmenvertrag besteht aus mehreren Dokumenten. So sind das neben der globalen Vereinbarungen (GVA) z.B. auch eine Datenschutzvereinbarung (DPA) oder das Service Level Agreement (SLA) in der festgehalten wird was der Leistungsumfang oder die Reaktionszeiten sind. Dies nur um ein paar Dokumenten-Beispiele zu nennen.

Folgende Problematiken ergeben sich bei Vertragsverhandlung die sich oftmals über mehrere Monate hinweg zieht:

  • Intransparenz: Bei der Vielzahl der Dokumente und den verschiedenen Versionierungen wird leicht die Übersicht verloren, welche die aktuellen Dokumente sind.
  • Sicherheit: Die Dokumente werden oftmals unverschlüsselt via Mail versendet. Daher können Externe Einsicht in die Dokumente gewinnen.
  • Vertraulichkeit: Wie kann sichergestellt werden, dass Dokumente die einmal finalisiert worden sind, nicht wieder verändert werden? Bespiel: Ein Partner fügt in ein Dokument, welches seit 4 Monaten abgeschlossen ist, auf Seite 241 ein „nicht“ hinzu.

Hier hat Ethereum mit einer Dapp das Potential Abhilfe schaffen. Die Plattform hat die Möglichkeit die Basis für eine Dapp bereitzustellen, die ähnlich wie Google Docs funktionieren würde. D.h. in Meetings zur Vertragsverhandlung können mehrere Parteien gleichzeitig an einer Datei arbeiten. Das hin- und herschicken von Mails wird damit überflüssig. Ein besonderer Vorteil vor allem dann, wenn die Parteien an verschiedenen Orten sitzen. Anders wie bei Google Docs liegen die Dateien jedoch nicht auf einer zentralen Architektur (hier Google Server), sondern gleichverteilt auf allen Computern der Parteien. (Siehe auch hier die Erläuterung der Unterschiede zwischen centralized, decentralized und distributed network.)

So würde ich Ethereum die Probleme folgendermaßen lösen:

  • Intransparenz: Alle Parteien arbeiten an den selben Dokumenten. Kein Dokument liegt nur lokal bei einer Partei ab.
  • Sicherheit: Die Dokumente sind nur in der Blockchain verfügbar und verschlüsselt abgelegt. Es besteht nicht die Notwendigkeit die Dokumente via Mail auszutauschen, da jeder Teilnehmer die Dokumente auf seinem Rechner hat.
  • Vertraulichkeit: Über jede Datei wird eine Hash erzeugt, welcher sicherstellt, dass sofort erkennbar ist wenn eine Partei ohne Abstimmung Änderungen vornimmt. Bei einer unrechtmäßigen Anpassung würde der Hash und damit die Blockchain ungültig werden.

Eine solche Dapp für Vertragsverhandlungen existiert bis heute nicht. Es ist jedoch nur eine Frage der Zeit bis Startups diese Problemstellung aufgreifen und eine Dapp dafür entwickeln.